 |
JOURE - EIN GASTLICHES HANDWERKERDORF
Im 15. Jahrhundert war Joure eine Ortschaft, die zum Dorf Westermeer gehörte. In historischen Dokumenten wird vom "Marktflecken Joure" gesprochen. Einem dieser Dokumente nach erhielt Joure im Jahr 1466 das Recht zum Abhalten eines Wochenmarktes.
1492 wurde dem "Marktflecken" auch das Recht zum Veranstalten eines Jahrmarktes verliehen. Dieser "Jouster Merke" (Jourer Jahrmarkt) wird bis heute immer am vierten Donnerstag im September abgehalten. Die Marktrechte bildeten die Grundlage der wirtschaftlichen Entwicklung von Joure. Immer mehr Kaufleute und Handwerker, die ihre Waren auf dem Wochenmarkt feilboten, ließen sich in Joure nieder. Je bekannter der Markt in der Umgebung wurde, desto mehr Menschen kamen für ihre Einkäufe zum Jourer Markt. Auf diese Weise breitete sich der "Marktflecken" immer weiter aus.
Im 17. und 18. Jahrundert entwickelte sich in Joure mit SchiffsbauWerfen, Uhrmachereien und Kupfergießereien eine geschäftige Industrie. Diese Betriebe zogen wiederum Nebenindustriezweige an. So stellten Möbelmacher Uhrkästen her und kamen Kupferschmiede, um Beschläge für die Schiffe herzustellen. Auch Gold- und Silberschmiede siedelten sich in Joure an. Die heute noch vorhandene Vertiefung, der Kolk, wurde für die Handelsschiffahrt ausgehoben. 1753 eröffnete Egbert Douwes seinen Handel in Kaffee, Tee, Tabak und ostindischen Gewürzen, mit dem er den Grundstein für den bekannten Douwe Egberts Konzern legte.
Im Museum von Joure erinnern viele Ausstellungsstücke an die handwerkliche Geschichte des Dorfes. Außer zahlreichen Gerätschaften und Gebrauchsgegenständen auf dem Gebiet der Kaffee-, Tee- und Tabakproduktion, der Jourer Uhrenindustrie, der Kupfergießereien, der Gold- und Silberschmieden und dem Bäcker- und Druckerhandwerk können Sie hier auch das Geburtshaus von Egbert Douwes besichtigen.
Wer sich für friesische Uhren interessiert, kann in Joure einige Uhrmacherwerkstätten besuchen, die noch immer in Betrieb sind. Das örtliche VVV-Fremdenverkehrsamt gibt eine Broschüre heraus, in der Sie die Beschreibung einer Wanderroute entlang dieser Uhrmachereien finden.
Für den Touristen lohnt sich ein Besuch an Joure sehr. Die Geschäftsstraße im Ortszentrum heißt "Midstraat". Das ist eine der gemütlichsten Geschäftsstraßen von Friesland. Im Haus Nummer 97 finden Sie den Museumsladen "De Witte Os", wo Egbert Douwes sein später berühmt gewordenes Geschäft begann. Sie können hier noch immer allerlei Kolonialwaren aus früheren Zeiten erwerben. In der "Midstraat" sind verschiedene Fassaden des 18. und 19. Jahrhunderts erhalten geblieben, die der Straße ein stimmungsvolles Antlitz verleihen. Ungefähr in der Mitte dieser langen Geschäftsstraße bestimmen der aus dem Jahre 1628 datierende Turm und daneben die Niederländisch Reformierte Kirche das Straßenbild. Im Haus Nummer 37 befindet sich das ehemalige "Grietenijhuis", von dem aus der "Grietman", eine Art Bürgermeister und gleichzeitig Amtsrichter, die Geschicke des "Marktfleckens" Joure lenkte und leitete. Nummer 5 ist das Geburtshaus des Gelehrten, Theologen und Dichters Elias Annes Borger, der von 1784 bis 1830 lebte. Verschiedene Wohn- und Geschäftsgebäude auf der "Midstraat" sind denkmalgeschützt.
"Midstraat 153" ist ein überdachtes Einkaufszentrum, "Passage" genannt, in dem sich mehrere Geschäfte befinden. Hier können Sie bei jedem Wetter ungestört Ihren Einkaufsbummel genießen. Hinter der "Passage" gibt es ausreichend Parkmöglichkeiten.
Jeden Sommer werden in Joure verschiedene Veranstaltungen organisiert, die immer zahlreiche Besucher anziehen. So gibt es im Juli die "Bauernhochzeit", eine Hochzeitszeremonie im traditionellen Stil, wie sie früher in Friesland üblich war. Ende Juli steigen die "Friese Ballonfeesten", die im großen Rahmen veranstaltet werden und einige Tage dauern. Im August gibt es verschiedene Märkte, worunter einen Markt der alten Handwerke, und im September den bereits erwähnten "Jouster Merke".
Im Grunde genommen ist Joure in bezug auf die Wünsche des Touristen auf allen Märkten zu Hause.
|